Geschichte
Die Bruder Klaus-Kirche war die erste Kirche, die nach dem 2. Weltkrieg in Konstanz (1955/56) erbaut wurde. Nach den grausamen Kriegsjahren sprach jeder von Frieden, und so war man sich ganz schnell einig, dass der große Friedensheilige Bruder Klaus Schutzpatron der Kirche werden sollte. Die Bruder Klaus-Kirche sollte einerseits der Dank an Bruder Klaus sein, denn er hat im Jahr 1482 im Streit zwischen der alten Bischofstadt Konstanz und den Eidgenossen, der Landvogtei Thurgau, mit seinem Rat den Frieden vermittelt. Dieses Vermittlungsschreiben wird noch heute im Rosgartenmuseum aufbewahrt. Andererseits soll diese Kirche Mahnmal für den Frieden sein.

Wenn wir vor der Kirche stehen, grüßt uns zuerst links der 34m hohe Kirchturm mit drei Glocken, die uns zum Gottesdienst rufen. Wenn wir auf die Kirche schauen, lässt uns der erste Blick bereits die Großplastikgruppe von Professor Sutor erkennen: „Die Hochzeit zu Kana“. Diese Darstellung gibt den Bezug auf das Geschehen in der Kirche: Jesus Christus lädt alle Gläubigen zum Festmahl der Eucharistie. Die sechs steinernen Wasserkrüge stellen die werktäglichen Sorgen und Mühen dar, die wir Jesus bringen sollen, damit er sie wandeln kann im sonntäglichen Gottesdienst in Gnade, Kraft und Segen für den Alltag des Lebens.
Betritt man die Kirche, ist man überrascht von der lichten Weite des Raumes, der durch die Schlichtheit der großzügigen Verglasung der Fenster in farbigem Betonglas unterstützt wird. Das gewaltige Relief hinter dem Altar stammt von dem Schwenninger Bildhauer Oscar Steidle. Dieses Bild stellt den wiederkehrenden Christus dar, der in Macht und Herrlichkeit zum Endgericht erscheint. Alles ist auf Christus hingeordnet. Er ist „der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende“.

Auf der rückwärtigen Seite gibt uns der Blick die große dreimanualige Reiser-Orgel aus dem Jahre 1960 frei. Dieses Meisterwerk umfasst 35 Register mit insgesamt 2402 Pfeifen.
Unter der Empore ist zwischen den Eingangstüren die Bruder Klaus-Kapelle. Das Altarkreuz stammt von dem Lindauer Künstler Willi Veit. Dieses Kreuz zeigt uns u. a. die Heiligen unserer Heimat Sankt Konrad, Sankt Gebhard, Sankt Suso und Bruder Klaus. Die 27 Fenster zeigen Visionen von Bruder Klaus.
Vieles könnte man noch berichten. Doch kommen Sie einfach und Sie werden die Schönheit und die Vielfalt dieses Gotteshauses selbst kennen lernen.
Hubert Siebenrok







