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„Komm und sieh…“

Liebe Christen, liebe Leserinnen und Leser,
ganz herzlich möchte ich Sie alle zur Teilnahme an einem Glaubenskurs der besonderen Art einladen, der im Herbst beginnen wird (siehe S. 42-46): „Komm und sieh… (vgl. Joh 1, 39)“ Es ist dies die Antwort Jesu auf die Frage der ersten Jünger: „Meister, wo wohnst Du?“ Jesus drückt den beiden kein Buch in die Hand, Andreas und Johannes erhalten auch keine Broschüre im Hochglanzformat. Jesus lädt sie einfach ein, ihn selbst, seinen Alltag und sein Leben kennenzulernen. So ist auch der Glaubenskurs konzipiert, den Pfr. Leo Tanner im Frühjahr bereits in der Altstadt gehalten hat. Er lädt ein, Jesus besser kennenzulernen und die Gemeinschaft der Glaubenden, die Kirche, von innen her zu erfahren.

 

Ich halte es heute für noch wichtiger als in früheren Zeiten, Jesus ganz persönlich kennenzulernen und eine freundschaftliche Beziehung zu ihm aufzubauen. Ich bin überzeugt, dass nur die Christen, die in einer lebendigen Beziehung mit dem Herrn leben, in unserer säkularen Gesell­schaft bestehen können. Deshalb wird der Glaubenskurs sehr breit ange­boten, damit jeder, der möchte, sich einen passenden Termin auswählen kann. Dieses Angebot ist gleichzeitig ein weiterer wichtiger Schritt, das bisherige Konzept unserer Sakramentenpastoral weiterzuführen. Wer erlebt hat, dass Kommunionkinder sehr wohl gelernt haben, zwischen der Hostie und dem Leib Christi zu unterscheiden, aber nicht wirklich erfahren haben, wer Jesus Christus ist, weiß um die heutige Herausfor­derung in der Frage der Weitergabe des Glaubens. Bevor ein Mensch zu den Sakramenten wie Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte, Ehe, Weihe und Krankensalbung hingeführt wird, muss er zuerst den dreifaltigen Gott kennengelernt haben. Denn man kann nur lieben, was man kennt. Weil dieses Kennenlernen des dreifaltigen Gottes und damit auch das Unvermögen, diesen unbekannten Gott lieben zu können, oft auf der Strecke geblieben ist, wundert es auch nicht, dass sich in den vergange­nen Jahrzehnten die schönen Sakramentsfeiern am Erstkommunion- und am Firmtag gleichsam für nicht wenige zu Abschiedsfeiern von der Kir­che entwickelten. Wenn ich nicht weiß, wer Gott ist, wenn ich ihn nicht kennengelernt und erfahren habe, wenn ich nicht in einer freundschaftli­chen Beziehung mit ihm lebe, woher sollte dann – außer vielleicht auf­grund so mancher schöner Gemeinschaftserfahrungen – die Motivation für eine lebendige christliche Lebensgestaltung erwachsen?

Diese Problematik kennen wir schon viele Jahre. Und wir können nicht einfach sagen, wir stoppen jetzt die jährliche klassenweise Hinführung auf die Erstkommunion, bis wir ein neues, tragfähigeres Konzept ent­worfen haben. Nein, unsere Aufgabe gleicht einer Baustelle bei laufen­dem Verkehr. Auch wenn durch den Wechsel unserer beiden Gemeinde­referentinnen Marlies Kießling und Monika Schick in diesem neuen Schul- und Seelsorgejahr zusätzliche Engpässe entstehen werden, möchten wir mit Pfr. Leo Tanner neue Wege erwachsenen Glaubens (WeG) gehen. Das breit angelegte Angebot des Glaubenskurses ist ein weiterer Baustein. Zahlreiche Christen sind in den vergangenen Jahren den Weg in die Tiefe gegangen, in der Tauf-, Firm- und Kommunionka­techese, in den Alpha-Kursen und auch im monatlichen Glaubenskurs, den ich seit acht Jahren angeboten habe und der jetzt in eine neue Form übergehen soll. Mein Wunsch ist es, dass sich eine feste Gruppe von Menschen regelmäßig einmal im Monat trifft, um, von Pfr. Leo Tanner begleitet, den eigenen Glauben zu vertiefen, sich aber auch darum zu kümmern, wie die neuen Wege erwachsenen Glaubens und zeitgemäßer Evangelisation über alle Sakramentenkatechesen hinweg vernetzt wer­den können. Ziel ist die Durchdringung unseres kirchlichen Lebens in allen Bereichen, damit noch mehr Menschen sich einladen und begeis­tern lassen, Jesus Christus und den dreifaltigen Gott kennenzulernen, der in seiner Kirche lebt und dort erfahrbar wird. Bitte ermutigen Sie auch ihre Freunde und Bekannte, diesen Glaubenskurs mitzumachen oder zumindest einmal zum ersten Treffen zu kommen, um dann zu ent­scheiden, weiterzumachen oder nicht.

Seit acht Jahren gibt es auch die tägliche abendliche Anbetung in Bruder Klaus. An dieser Stelle möchte ich Gerda Kronenthaler, Josette Eckert, Ida Granacher, Christel Gutgsell, Margarete Rebholz, Irene Walter, Marianne Bartelt und Bettina Dahm ganz herzlich danken, die durch ihre Präsenz diesen täglichen Anbetungsdienst in der Bruder-Klaus-Kirche ermöglichen. Ab dem ersten August ändert sich die Uhrzeit: an allen Tagen findet die Anbetung um 22.00 Uhr statt!

Ihnen und Ihren Familien wünsche ich eine gesegnete Sommerzeit mit dem notwendigen Maß an Erholung, der Herr segne und behüte Sie alle, Ihr und Euer Pfarrer


                                                       pfarrer_neu

Dr. Andreas Rudiger