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Geschichte der Orgel

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Die alte Orgel in der St.Gebhardskirche:
 
Die 1.Orgel von 1931:
Ungefähr ein Menschenalter hat die alte Orgel von St.Gebhard inzwischen auf dem Buckel: 1930 in die neu errichtete St.Gebhardskirche von der Überlinger Orgelbaufirma X.Mönch eingebaut, 1931 eingeweiht, war sie damals mit ihren 49 Registern auf 3 Manualen und Pedal eine der großen Konstanzer Kirchenorgeln.
Zeitgemäß mit pneumatischer Traktur ausgestattet, wo der Weg von der Taste zur Pfeife über ein luftgefülltes Bleirohrsystem verlief bei ebensolcher Registerzuschaltung, galt diese Technik als Fortschritt gegenüber der mechanischen Traktur früherer Zeiten, wo die Tasten-Pfeifen-Verbindung durch kompliziertes mechanisches Gestänge hergetellt worden war. Den Nachteil des hörbar späteren Ansprechens der Pfeife nach dem Tastendruck nahm man in Kauf.
Der Spieltisch war vor das Gehäuse gestellt worden mit Blickrichtung des Organisten zu Chorleiter und Altar: einerseits ein praktischer Musiziervorteil für den Organisten, andererseits eine erhebliche Beeinträchtigung für die damals noch respektabel großen Kirchenchöre: die hinter den Sopran- und Altstimmen postierten Tenor- und Bassstimmen verloren durch die Position des Spieltischs ihren Kontakt zu einander.
Der Klang der Orgel kopierte auch spätromantische Orchestersymphonik, wie sie etwa typischen Reger-Orgeln eigen ist. Bei allen reizvollen Klangmöglichkeiten wie z.B. "Vox coelestis", "Äolsharfe" oder Streicher-Imitationenen klang das Tutti eher zäh, dumpf und undurchsichtig.
 
Die 2.Orgel von 1961:
1961 nahm die Firma Mönch den großen, zeitgemäßen Umbau vor: die pneumatische Traktur wurde durch eine elektropneumatische ersetzt, die aber immer noch träge reagiert. Die Elektrik ermöglichte, den neuen Spieltisch vom Orgelwerk zu trennen: er wurde seitlich an der Emporenbrüstung aufgestellt, was dem Organisten beste Sicht zum Altar ermöglicht. Zugleich erhielt die Orgel ein neues Klanggewand: der grundlastige Klang wurde verschlankt und aufgehellt, alte Register herausgenommen, einige zum Teil umgebaut und neue eingebaut. Die Rückwendung zum barocken Orgelklang war eingeleitet.
Bei aller geglückten Modernisierung des Werks schenkte man dem technischen Zustand vieler Verschleißteile und teilweise minderwertigen Pfeifenmaterials wenig Beachtung, und so nahm die Alterung vieler Funktionsteile ihren Lauf bis zur heutigen Hörbarkeit undichter Systeme und Anfälligkeit gegen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswechsel. In Fachgutachten wurde festgestellt, dass die "Laufleistung" des Werks ihr Ende erreicht hat.
Bereits 1978 empfahl der damalige Erzbischöflische Orgelinspektor Konrad Philipp Schuba einen baldigen Orgelneubau in St.Gebhard. Doch auch jetzt noch, fast 30 Jahre später, muss die inzwischen 45 Jahre alte Orgel von 1961 Dienst tun, und niemand weiß, wann sie diesen vielleicht plötzlich quittieren wird. Das Möglichste, um diese Orgel spielfähig zu halten, taten und tun die beiden Organisten Andreas Konrad (bis 2006) und Peter Marksteiner (weiterhin) in selbstlosem Pflegeeinsatz.