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Israeljugendpilger- und Begegnungsreise August 2007

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Jerusalem vom Ölberg im Morgengrauen 
Sonntagmorgen 04.30 Uhr auf dem Ölberg; vor uns in der Morgen­dämmerung die heilige Stadt Jerusalem. Einige von uns können es noch gar  nicht richtig fassen. Endlich sind wir in dem Land angekommen, auf das wir uns in den letzten Monaten mit vier Vortreffen und den Ortsreferaten inhaltlich und mental vorbereitet haben. Die letzten Meter gehen wir zu Fuß,  betreten die Altstadt Jerusalems durchs Stephanstor.


Eine ungewöhnliche Stille liegt über dem sonst so ruhelosen Ort. Durch die engen Gassen erreichen wir schließlich die Grabeskirche, Hauptziel unserer Pilgerreise. Am Ort der Kreuzigung unseres Herrn Jesus Christus und in unmittelbarer Nähe des Heiligen Grabes, dem Ort seiner Auferstehung, feiern wir die erste heilige Messe, die Vergegenwärtigung dieses unseres Erlösungsgeheimnisses.

Im Anschluss daran ist jeder dankbar für Frühstück und Dusche im Paulushaus, das direkt an der Stadtmauer gelegen ist und von dessen Dachterrasse wir einen genialen Blick auf die Altstadt haben.

Bereits am nächsten Tag machen wir uns zu einer abwechslungsreichen viertägigen Exkursion Richtung Ägypten auf. Wichtigste Etappe hierbei ist Bethlehem. Wir sind betroffen von der 8m hohen Mauer, die die Geburtsstadt Jesu von Jerusalem trennt. Bei einer Führung durch das Caritas Baby-Hospital erfahren wir mehr von der hoffnungslosen Lage der Menschen hier und im Gaza-Streifen und nehmen gleichzeitig wahr, wie segensreich diese Klinik für die leidgeprüfte Bevölkerung ist. Nach einer Nacht im Wüstencamp besichtigen wir die Festung Massada. Der anschließende Badestopp am Toten Meer bringt uns zwar schwimm­technisch gesehen neue interessante Erfahrungen, allerdings fehlt bei einer Wassertemperatur von 36° die erhoffte Abkühlung.

Da bei Temperaturen zwischen 35° + 50° ausreichend sauberes Trink­wasser lebensnotwendig ist, besorgen wir noch vor dem Grenzübertritt nach Ägypten für die ganze Gruppe ca. 400 l des wertvollen Nass, die wir dann zu Fuß durch die ganzen Kontrollen hindurch nach drüben schaffen müssen. Bereits an der Grenze wird uns bewusst, dass wir nun ein vollkommen anderes Land, mit einer nochmals anderen Mentalität betreten. Allein schon die Tatsache, dass an den Kontrollpunkten in Israel ganz selbstverständlich auch Frauen arbeiten, hier jedoch ausschließlich Männer zu sehen sind.

Endlich ist der ägyptische Bus beladen, und wir fahren am Roten Meer entlang nach  Nuweiba. Viel hat sich verändert in den letzen 10 Jahren. Wo früher nur Sandstrand wa r, reiht sich nun eine Ferienanlage an die andere. Am Abend erreichen wir unser Ziel, ein Vier-Sterne-Hotel mit Pool und Sandstrand. Hier kann man die Seele wirklich baumeln lassen.

Mittwoch 15.08., Hochfest Mariä Himmelfahrt, in ganz ungewöhnlicher Umgebung. In der Frühe feiern wir die hl. Messe am Strand ohne die gewohnten Kräuterbüschel, aber mit Meerblick und Dromedarreiter im Hintergrund. Einfach unbeschreiblich.

Nach dem Frühstück mit Taucherbrille und Schnorchel eintauchen in die faszinierende Unterwasserwelt des Roten Meeres und Erholung am Strand, bevor es mit einer Wüstenwanderung zum Fels der Inschriften weitergeht. Hier haben einige die von Beduinen gebotene Möglichkeit wahrgenommen, den Weg auf einem sog. „Gimel“ (Dromedar) zurückzulegen.

Nach ein paar Stunden Schlaf im Hotel beim Katharinenkloster machen wir uns um 2.30 Uhr auf den Weg und beginnen im Dunkeln den dreistündigen Aufstieg auf den Mosesberg; über uns ein Sternenmeer, aus dem sich immer wieder Sternschnuppen lösen. Vor dieser Kulisse höre ich die Zusage Gottes an Abraham: „… so zahlreich wie die Sterne am Himmel werden deine Nachkommen sein“ (vgl. Gen 15,5) wieder ganz neu. Endlich erreichen wir den Gipfel. Unsere Mühe wird mit einem traumhaft schönen Sonnenaufgang belohnt; einziger Wermutstropfen sind die Menschenmassen, mit denen wir ein paar wenige Quadratmeter auf dem Gipfel teilen müssen. Krönender Abschluss dieser Tour aber ist die Eucharistiefeier auf dem Berg im dankbaren Bewusstsein, dass sich der Bund, den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat, in Jesus Christus erfüllt hat.  

Am Abend kehren wir nach Israel zurück und erreichen nachts um 24.00 Uhr ein Kibbuz im Negeb. Ein langer Tag geht zu Ende.

Freitag, 17.08.: Erst sechs Tage unterwegs und schon so viele Eindrücke! Heute kehren wir nach Jerusalem zurück. Eigenartig, für viele von uns wie ein Heimkommen; auch für mich. Und diese Sehnsucht nach Jerusalem, der heiligen Stadt, ist bis jetzt geblieben.  

Im Paulushaus erwartet uns bereits ein Teil der jugendlichen Begegnungsgruppe aus Mi’ilya, einem christlichen Dorf in Galiläa. Am Abend die erste Vorstellungsrunde. Wer Englisch kann, ist eindeutig im Vorteil, aber auch Hände und Füße sind ein unterstützendes Verstän­digungsmittel, und zur Not ist da ja auch noch Elias, der Leiter der arabischen Gruppe, der zum Glück perfekt deutsch spricht. Am Abend gehen wir zur Feier des Erev Shabbat an die Klagemauer. Mich beeindruckt, in welcher Offenheit hier Emotionen zum Ausdruck kommen. Ich berühre die Steine der Klagemauer, in den Ritzen lauter kleine Zettel; neben mir eine junge Frau, die weinend klagt, auf der anderen Seite eine ältere Frau, die halblaut betet, hinter mir eine Gruppe junger Mädchen, die sich fröhlich singend und tanzend im Kreis bewegen.

Am nächsten Tag die erste gemeinsame Wanderung mit den arabischen Jugendlichen. Bei 45° durchs Wadi-Kelt bei Jericho mit Badepause und Besuch des St. Georgs-Klosters. Unterwegs werden vier aus der Gruppe auf einem am Abgrund gelegenen Weg von einem Schwarm aufge­schreckter Wüstenhornissen gestochen. Die unangenehmen Folgen der Stiche müssen die Betroffenen noch 2-3 Tage ertragen; doch sind alle dankbar, dass dieser Zwischenfall letztlich doch so glimpflich ausge­gangen ist.

Nach der Sonntagsmesse im Paulushaus besuchen wir Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte. Die dort gesammelten Eindrücke sind kaum zu beschreiben.

Es ist Montag, letzter Tag in Jerusalem. Morgens um 04.30 Uhr gehen wir zur Grabeskirche. Jede/r hat nun die Möglichkeit sich an einen stillen Ort in dem verwinkelten Heiligtum zurückzuziehen, um mit Gott allein zu sein. Um 06.00 Uhr begeben wir uns ins Heilige Grab, um am Ort der Auferstehung gemeinsam Eucharistie zu feiern. Für mich ein tief greifendes Erlebnis und der Höhepunkt unserer Pilgerreise. Umso mehr fällt es schwer, von Jerusalem Abschied zu nehmen. Doch die Schönheit der am See Genezareth gelegenen Begegnungsstätte Tabgha lässt uns den Abschiedsschmerz schnell vergessen. Unser Häuschen liegt in einer kleinen Oase mit Naturpool. Morgens feiern wir mit den Mönchen in der Brotvermehrungskirche die hl. Messe. P. Basilius, der Subprior des Klosters, findet persönliche Worte für unsere Gruppe, die auch in den Tag hinein nachklingen. Am Vormittag des ersten Tages helfen die Jugendlichen im Sinne von „Ora-et-Labora“ den Benediktinern bei den Arbeiten, die im und rund ums Kloster anfallen. Von Tabgha aus unter­nehmen wir eine stürmische und damit feuchte Bootsfahrt über den See, besuchen die Golanhöhen und kommen somit an die Grenzen vom Libanon und von Syrien, sowie an die Jordanquelle. Bevor wir Tabgha verlassen, vergnügt sich eine kleine Gruppe einen Tag lang im Aben­teuer-Wadi, während sich die „Daheimgebliebenen“ einen erholsamen Tag gönnen und dabei von den arabischen Freunden in die Rituale einer arabischen Hochzeitsfeier und die Kunst des Bauchtanzes eingeweiht werden.

Heute fahren wir weiter, um die letzten zwei Nächte in Mi’ilya bei Gastfamilien zu verbringen. Auf dem Berg Tabor haben wir das Glück, in aller Ruhe und gesammelter Atmosphäre gemeinsam Eucharistie zu feiern. Mögen uns alle die „Tabor-Erfahrungen“, unserer Pilgerfahrt auch nach unserer Rückkehr im Alltag stärken und im Glauben vertiefen.

Nach dem Besuch der Verkündigungskirche in Nazareth kommt es zur Begegnung mit Günter Zenner, der ein Behindertendorf bei Tivon leitet und uns durch seinen interessanten Vortrag Einblick in seine Arbeit und die Situation im Land ermöglicht.

Die Gastfamilien in Mi’ilya empfangen uns freundlich und setzen alles daran, uns den Aufenthalt in ihrem Dorf so angenehm wie möglich zu gestalten. Den letzten Abend beschließen wir mit einem schönen Fest im Garten von Elias. Die Stimmung ist ausgelassen. Es wird gesungen und getanzt. Man spürt, dass in den letzten Tagen Freundschaften geschlos­sen wurden. Am Sonntag feiern wir zum Abschluss der Begegnung mit der griechisch-katholischen Gemeinde den Gottesdienst im melkitischen Ritus. Wir verlassen das Dorf in dem Bewusstsein, dass wir trotz der räumlichen Entfernung gerade durch die regelmäßige Feier der Eucharistie miteinander verbunden bleiben und es im kommenden Jahr in Konstanz und Gundelfingen ein Wiedersehen geben wird. 

Ein besonderer Dank gilt Pfr. Andreas Rudiger für diese schöne, abwechslungsreiche und bereichernde Pilgerreise sowie die Einführung in das „fünfte Evangelium“. Gleichzeitig danken wir Pfr. Dieter Maier für seine ansprechenden Predigtworte und sein Dabei-Sein sowie allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen dieser Fahrt beigetragen haben. Ein herzliches Vergelt’s Gott auch an all die lieben Menschen, die uns in diesen Tagen so treu mit ihrem Gebet begleitet haben! 

Gabriele Vogel

Das Reiseprogramm finden sie hier. Und hier gehts zur erweiterten BILDERGALERIE.