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Die Taufe – das Sakrament des Christseins
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| Gedanken zur Neugestaltung des Taufbrunnens in St. Gebhard |
| Die Taufe ist das erste Sakrament der christlichen Initiation. Durch die Sakramente der christlichen Initiation (Taufe, Firmung und Eucharistie) werden die Grundlagen des ganzen christlichen Lebens gelegt. „Durch die Gnade Christi beschenkt, erhalten die Menschen Anteil an der göttlichen Natur. Dabei besteht eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Werden und Wachsen des natürlichen Lebens und mit seiner Stärkung. In der Taufe wiedergeboren, werden die Gläubigen durch das Sakrament der Firmung gefestigt und in der Eucharistie mit dem Brot des ewigen Lebens gestärkt. So werden sie durch die Sakramente der christlichen Initiation immer tiefer in das Leben Gottes hineingenommen und kommen der vollendeten Liebe immer näher" (Paul VI.). Das Zweite Vatikanische Konzil hat nicht nur die Heilsnotwendigkeit der Taufe betont (GL 14; AG 5; Joh 3, 5; Mt 28, 19-20), sondern auch die liturgische Feier der Taufe neu geordnet. Dieser Neuordnung sollten auch der Ort der Taufe entsprechen. |
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| Der Ort der TaufeIn den Leitlinien für den Bau und die Ausstattung von gottesdienstlichen Räumen der Deutschen Bischofskonferenz heißt es im Abschnitt 5.5 zum Ort der Taufe: „Die Feier der Taufe (von Erwachsenen und Kindern) ist eine Gemeindefeier, die in der Pfarrkirche stattfinden soll. Jede Pfarrkirche muss daher einen Taufbrunnen haben. Wie Altar und Ambo hat auch der Taufbrunnen eine Bedeutung, die über die Tauffeier hinausreicht: Er ist eine ständige Tauferinnerung uns sollte dies auch in seiner funktionalen und künstlerischen Ausgestaltung zum Ausdruck bringen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass an ihm tatsächlich getauft wird. Der Taufbrunnen kann an verschiedenen Stellen des Kirchenraumes errichtet werden. (…) In jedem Fall muss gewährleistet sein, dass sich eine Taufgemeinde am Taufort versammeln kann. (…) Die Symbolik des lebendigen Wassers kann besonders anschaulich werden, wenn es sich um fließendes Wasser handelt." |
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| Der Ort des Bußsakramentes |
| Entsprechend hierzu ist im Abschnitt 5.6 zum Ort des Bußsakramentes zu lesen: „Wie beim Taufort soll man auch bei der Planung des Ortes für das Bußsakrament von der Vollform der liturgischen Handlung ausgehen. Der traditionelle Beichtstuhl ist dafür nur beschränkt geeignet, weil sich in ihm weder die Wortverkündigung noch die Gesten bei der Lossprechung entfalten können. Bewährt haben sich Beichtzimmer, die so eingerichtet sind, dass sowohl ein anonymes Bekenntnis als auch ein offenes Gespräch möglich ist. (…) Wenn es in einer Kirche einen eigenen abgetrennten Gebets- oder Andachtsraum gibt, empfiehlt es sich, den Ort des Bußsakramentes in dessen Nähe zu platzieren." |
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| Die Neugestaltung des Taufbrunnens |
| Im Rahmen der Renovierungsmaßnahmen in unserer Gebhardskirche hat sich der Pfarrgemeinderat entschieden, diesen Erfordernissen Rechnung zu tragen. Der Taufstein wird aus dem Winkeldasein wieder in die Mitte gerückt, an seinem bisherigen Platz wird ein Beichtzimmer eingerichtet, was den Zusammenhang von Taufe und Bußsakrament sehr schön zum Ausdruck bringt, und der Taufstein selbst wird künstlerisch zu einem Taufbrunnen umgestaltet, bei dem fließendes Wasser die Taufsymbolik unterstreichen wird. Die Versetzung des Taufsteins wird in Eigenarbeit geleistet. Die Einrichtung des Beichtzimmers erfolgt im Rahmen der Kirchensanierung. Für die künstlerische Gestaltung des Taufsteins zum Taufbrunnen konnten wir Herrn Matthias Blessing gewinnen, der einen Teil der Arbeitszeit zum Gotteslohn vornehmen wird. Der neu gestaltete Taufstein wird in der Mitte eine Kugel in einem grünlichen Stein (Verde Candayas) vor, die innen durchbohrt und mit einer Pumpe versehen wird. Das Wasser wird durch die Kugel nach oben gesogen, von einer Düse gleichmäßig über die Kugel verteilt und läuft an der Kugel wieder in den Taufbrunnen zurück. |
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| Theologische und symbolische Deutung |
| Die Taufe ist das Eingangssakrament zum Christsein. Jeder Kirchenbesucher, der durch das Hauptportal die Gebhardskirche betritt, wird durch den Taufbrunnen an seine Taufe und Firmung erinnert. Die Kugel symbolisiert die Weltkugel. Jesus hat seine Jünger ausgesandt, zu allen Völkern zu gehen und alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen: „Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt." (Mt 28, 19-20) Dir grünliche Farbe der Weltkugel nimmt die grüne Farbe des Kreuzes und die Abbildung desselben im Apsismosaik auf. Der Weg des Christsein zur himmlischen Erfüllung geht nicht ohne das Kreuz, geht über Golgotha. Auf dem Weg dorthin werden wir aber gestärkt durch die Speise von Himmel, die Heilige Eucharistie. Der Taufbrunnen steht in einer geraden Linie zum Altar. Das Apsismosaik zeigt die Perspektive. Es ist der Auferstandene Christus, der uns alle berufen hat, einmal für immer in seiner glückseligen Nähe zu sein und das zu vollenden, was er in der Taufe in uns begonnen hat, nämlich das Geschenk des Ewigen Lebens. |
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| Pfarrer Dr. Andreas Rudiger |
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