Chronik der Pfarrei Sankt Suso von 1938 bis heute
1950 - 1960 - 1965 - 1970 - 1975 - 1980 - 1985 - 1990 - 1995 - 2000 - 2005
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Vorgeschichte
Das erste Gebäude auf dem Gebiet der Pfarrei St. Suso war der Ergatshauser Hof (um 1850), dessen bauliche Ursprünge bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen und von dem an der Wollmatinger Straße nur noch ein 1895 erbautes, heute als Gastwirtschaft genutztes Ökonomiegebäude übrig ist. Zwischen 1890 und 1920 entstanden zunächst Arbeiterwohnungen in der östlichen Bücklestraße, Austraße und an der Ecke Wollmatinger Straße/Riesenbergweg, später einzelne Häuser in der Schneckenburgstraße und im Haidelmoosweg sowie im Bereich Fürstenbergstraße, Winkelstraße und Buhlenweg. Zwischen 1927 und 1929 wurden am Riesenbergweg und am Taborweg 34 Reihenhäuser errichtet. Nach der Eingemeindung von Wollmatingen (1934) beschloss die Stadt Konstanz, durch Entwässerung des Haidelmooses an dessen Rändern Baugrund für Häuser zu gewinnen. 1935 zogen die ersten Bewohner in die am Enzianweg errichteten Siedlungshäuser ein, denen am Sonnentauweg bald weitere 36 Häuser folgten.
Durch die Besiedelung des Haidelmooses und den Baubeginn von 116 Wohnungen in der Austraße ergab sich die Notwendigkeit, einen neuen Seelsorgebezirk für die anfangs 1.900 Katholiken einzurichten. Dafür wurden Teile der Pfarreien St. Gebhard und St. Martin abgetrennt. Im Osten bildete die Schneckenburgstraße die Grenze, im Süden der Rhein, im Westen die Steinhartstraße und der Siebenbürgenerweg. Im Norden stieß die neue Kuratie auf die Pfarreigrenze von Litzelstetten.

Alte Suso-Kirche von Norden
Auf der Wiese steht heute der Kindergarten
Die ehemalige Notkirche von St. Gebhard, die 1915/16 errichtet wurde und mit der Vollendung der neuen St. Gebhardskirche überflüssig geworden war, ließ man abbrechen und aus dem Material am Taborweg die erste Susokirche erstellen. Die Altäre wurden übernommen. Bildhauer Hans Stingl (Konstanz) restaurierte vor dem Einbau den Hochaltar, der ursprünglich aus der Hauskapelle der Konstanzer Bischöfe im Neuen Schloß zu Meersburg stammte.
1938
Am 6. Februar nimmt Dekan und Münsterpfarrer Ernst Kuenzer die feierliche Benediktion der neuerstellten Susokirche vor.
Gab es anfangs am Sonntag nur um 9 Uhr einen Gottesdienst, so sind es ab Mai zwei, die Frühmesse um 7 Uhr und der Hauptgottesdienst um 9.30 Uhr. Nach dem Hauptgottesdienst ist immer Christenlehre, abwechselnd für Mädchen und Jungen.
Am Passionssonntag ist die feierliche Einweihung des neuen Kreuzweges mit Predigt von Franziskanerpater Theophil Hecht.
Durch erzbischöfliche Verordnung wird am 7. April offiziell die Errichtung der Kuratie St. Suso bekanntgegeben. Am 27. April ernennt Erzbischof Conrad Gröber (1872-1948) Cooperator Albert Ainser von St. Gebhard zum Kuraten. In Ermangelung eines Pfarrhauses nimmt Kurat Ainser eine Wohnung in der Wollmatinger Straße 74.
Im Mai erläßt Kurat Ainser einen Aufruf an die »Herren«, dem Kirchenchor beizutreten und sich nach der Maiandacht auf der Empore zu versammeln. Der erste öffentliche Auftritt mit einer Männerchormesse ist am Christkönigsfest im Oktober.
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Von 1938 bis 1961 |
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1939
Im Januar beginnt der Kommunionunterricht für 46 Kinder, »die ersten in St. Suso, aber es sind ziemlich bedürftige Kinder darunter«, wie Kurat Ainser im Verkündbuch anmerkt.
An der ersten Feier des Patroziniums hält Pfarrer Hermann Steiert von St. Gebhard die Predigt.
An Ostern besuchen 900 Personen die beiden Gottesdienste. Im Amt kommt die Bruckner-Messe a capella zur Aufführung.
Im Mai findet in der Nebensakristei die Wahl von vier Stiftungsräten statt. Gewählt werden: Karl Graf, Karl Schafheutle, Josef Baldauf und Pirmin Müller.
Am Pfingstsamstag spendet Weihbischof Dr. Wilhelm Burger (1880-1952) für die Kinder von St. Suso und St. Martin das Sakrament der Firmung. Am Abend bekommt die Gemeinde in der Kirche die Märtyrer-Reliquie gezeigt, die am Pfingstsonntag (22. Mai) bei der feierlichen Konsekration der Suso-Kirche von Weihbischof Burger in den Hauptaltar versenkt werden soll. Die Kirche wird zu Ehren des seligen Heinrich Suso, der Heimsuchung der Allerseligsten Jungfrau Maria und des heiligen Albertus Magnus geweiht.
Am Freitag, den 1. September, beginnt um 5.45 Uhr der Zweite Weltkrieg. Viele Männer der Pfarrei waren bereits als Soldaten eingezogen worden. Wegen der vorgeschriebenen Verdunkelung mußten die Abendgottesdienste vorverlegt werden. Die Kirchenbehörde hob die Verpflichtung des Fasten- und Abstinenzgebotes auf.
Im Herbst wird eine gestiftete Statue mit der Darstellung der hl. Theresia, einen Monat später die Fatima-Statue geweiht.
Ab Dezember erlassen die staatlichen Behörden ein Läuteverbot von abends 8 Uhr bis morgens 8 Uhr. Sonntags darf nur einmal zu jedem Gottesdienst geläutet werden. Eine spätere Verschärfung der Läuteordnung erlaubt nur noch ein einmaliges Läuten der Glocken am Sonntag.






