Der selige Heinrich Suso (um 1295-1366)

Er wurde am 21. März um 1295 in Konstanz geboren. Sein Vater war ein der Welt zugewandter Kaufmann aus dem Geschlecht derer von Berg, seine fromme Mutter stammte aus einer vornehmen Überlinger Familie namens Süs. Nach ihr nannte er sich Seuse, in latinisierter Form Suso. Mit 13 Jahren trat er in das Konstanzer Dominikanerkloster Sankt Nikolaus (heute Insel-Hotel) ein, wo er eine mehrjährige Grundausbildung begann. Nach etwa fünf Jahren erlebte er eine „Bekehrung“, die ihn zum tieferen Verständnis der christlichen Geheimnisse führte und ihn zum „Diener der ewigen Weisheit“ werden ließ. Um 1322 wurde er zum Studium generale des Ordens nach Köln gesandt, wo er Schüler von Meister Eckhart wurde. Nach seiner Rückkehr nach Konstanz um 1326 wurde er Lektor. In dieser Zeit entstand das „Büchlein der Wahrheit“, in dem er die Mystik seines Lehrers Meister Eckhart gegen dessen Gegner verteidigt. Dies war wohl der Grund, weshalb er 1330 auf dem Generalkapitel des Ordens in den Niederlanden in Ungnade fiel. So konnte er nicht in Paris die Magisterwürde erwerben, sondern wirkte als Wanderprediger und Beichtvater in der Schweiz und am Oberrhein. Während eines Streits zwischen König und Papst gingen die papsttreuen Dominikaner von 1339-1346 ins Exil nach Diessenhofen. Bereits in dieser Zeit und dann nach der Rückkehr nach Konstanz sah sich Heinrich Seuse schweren Verleumdungen ausgesetzt, die den Orden veranlassten, ihn nach Ulm zu versetzen, wo er am 25. Januar 1366 starb. In jungen Jahren versuchte Seuse mit asketischem Leben und mit harten Bußübungen Christus nachzufolgen. Später erkannte er, dass dies nicht mit fanatischer Anspannung gelingt, sondern der Mensch sich loslassen und gelassen werden muss, um zur rechten Hingabe an Gott zu gelangen. Der Schwester Elsbeth Stagel aus Töss bei Winterthur verdanken wir die Überlieferung seiner Schriften und der „Vita“, der ersten Lebensbeschreibung in deutscher Sprache. Seine Schriften fanden bald in ganz Europa Verbreitung. Sie sind heute Gegenstand theologischer und literaturwissenschaftlicher Untersuchungen. Am 16.4.1831 bestätigte Papst Gregor XVI. mit der Seligsprechung die Verehrung des Heinrich Suso.
Günther Rau
"Konstanz zur Zeit des seligen Heinrich Seuse" von Dr. Harald Derschka
(nach dem Vortrag am 27. Januar 2008 anläßlich der Patroziniumsfeier der Pfarrei St. Suso)
Literaturhinweise zu Heinrich Seuse (Bibliographie) in der Euregio-Bodensee-Datenbank (Titel von über 440 Büchern und Aufsätzen)







