Kirchenjahr
Der Advent
Der Weihnachtsfestkreis beginnt mit dem Advent. Er umfaßt drei bis vier Wochen, beginnend mit dem Sonntag nach dem 26. November. In diesen Wochen soll sich die Gemeinde vorbereiten auf die beiden weihnachtlichen Hochfeste, an denen das erste Kommen des Gottessohnes zu uns Menschen gefeiert wird. Dadurch wird unsere Erwartung auch hingelenkt auf die zweite Ankunft (lateinisch: adventus) Christi am Ende der Tage.
Unter beiden Gesichtspunkten ist der Advent geprägt von hingebender und freudiger Erwartung. Die Gemeinde versammelt sich zu werktäglichen Gottesdiensten, meist „Rorate" genannt. Die Familie sammelt sich um den Adventskranz, dessen Kreisform den Zusammenhalt und dessen wachsendes Licht die zuversichtliche Erwartung der Gläubigen im Advent ausdrückt. In manchen Gegenden gibt es den Brauch des „Frauentragens". Ein Bild der Gottesmutter wird jeden Tag zu einer anderen Familie gebracht.
Die Adventsonntage
Der erste Sonntag im Advent ist in seinen Texten geprägt von der Wiederkunft Christi am Letzten Tag.
Am zweiten und dritten Sonntag steht die Gestalt Johannes des Täufers vor uns, der die Wege für das Kommen des Herrn bereiten will.
Der letzte Sonntag stellt uns Maria vor Augen, die Mutter und Jungfrau, die uns Christus geboren hat.
Die erste Lesung ist in den Adventmessen regelmäßig aus den Büchern der Propheten genommen, vor allem aus Jesaja.
Quatember und Vorbereitungswoche vor Weihnachten
Die erste Woche im Advent soll als Quatemberwoche die Gemeinde durch besondere Gottesdienste in den Advent einführen.
Die letzten acht Tage vor Weihnachten, beginnend mit dem 17. Dezember, wollen in besonderer Weise auf das Geburtsfest des Herrn vorbereiten. Die Tage sind ausgezeichnet durch eigene Meßtexte und vor allem durch die 0-Antiphonen (s. Nr. 112 und 772).

Die weihnachtliche Festzeit
Im vierten Jahrhundert wollte und mußte die Kirche die Gottheit Christi gegen alle Leugner festlich bekennen; so sind die beiden großen Feste der Weihnachtszeit entstanden.
Die römische Kirche hat den 25. Dezember gewählt, den heidnischen Festtag des unbesiegbaren Sonnengottes. Sie feiert damit Christus als die wahre Sonne, der in seiner Geburt der Welt aufgegangen ist, der im Tod nicht untergehen konnte und der wiederkommt in Herrlichkeit.
Die Kirchen des Ostens haben den 6. Januar bevorzugt. Mit ihnen feiern wir an diesem Tag die Erscheinung (Epiphanie) des Herrn, das Kommen Christi als König in die Welt. Wahrnehmbar wird diese Epiphanie in der Huldigung der Weisen vor dem neugeborenen Kind, in der Stimme des Vaters bei der Taufe Jesu im Jordan und in den ersten Wunderzeichen des Herrn.
Das weihnachtliche Grundgeheimnis wird weiter entfaltet am Fest der Heiligen Familie (Sonntag nach Weihnachten), am achten Tag nach Weihnachten (Neujahr), an dem in besonderer Weise der Namengebung Jesu und der Gottesmutter gedacht wird, und am Sonntag nach Epiphanie mit dem Evangelium von der Taufe Jesu. Am vierzigsten Tag nach Weihnachten (2. Februar) wird schließlich die Darstellung des Herrn im Tempel gefeiert durch einen festlichen Einzug ins Gotteshaus mit brennenden Lichtern (Lichtmeß)
Die Familie feiert Weihnachten am Heiligen Abend, vor oder nach dem Weihnachtsgottesdienst (Christmette). Sie versammelt sich vor der Krippe, die das Geschehen der Heiligen Nacht darstellt, und um den Christbaum, der uns an den Baum des Lebens und an Christus als Licht der Welt erinnert. Der Vater liest das Evangelium von der Geburt des Herrn, Weihnachtslieder und Gebet, vor allem der „Engel des Herrn" (Nr. 2,7) lassen uns spüren, was der Grund des Feierns und der Geschenke ist: Gott hat uns seinen eigenen Sohn geschenkt.
An Epiphanie (Dreikönig) zieht man nach altem Brauch betend durch die Wohnung, sprengt geweihtes Wasser in die Räume und läßt Weihrauch duften. An die Türen werden mit Kreide die Jahreszahl und Kreuze sowie die Buchstaben C M B geschrieben (Christus Mansionem Benedicat = Christus segne die Wohnung; oft als Caspar, Melchior und Balthasar gedeutet). Die Sternsinger ziehen vielerorts durch die Straßen und besuchen die Häuser. Sie bitten um eine Gabe für die Weltmission.

Die Österliche Bußzeit (Fastenzeit)
Mit dem Aschermittwoch beginnt die vierzigtägige Bußzeit zur Vorbereitung auf die Osterfeier.
Vierzig Jahre ist das Volk des Alten Bundes durch die Wüste gezogen, um das Land der Verheißung geläutert betreten zu können. Vierzig Tage verbrachte Mose auf dem Berg, um Gottes Gebote entgegenzunehmen.
Vierzig Tage wanderte Elia fastend und betend durch die Wüste, bis er am Horeb Gott in geheimnisvoller Weise erfahren durfte. Vierzig Tage fastete Jesus in der Wüste, widerstand dem Versucher und verkündete dann die Botschaft vom Reich Gottes.
So bereiten auch wir uns alljährlich vierzig Tage lang vor auf die große Osterfeier der Kirche, um Tod und Auferstehung des Herrn würdig zu feiern.
Taufe und Buße
In besonderer Weise werden in der österlichen Bußzeit die Taufbewerber auf ihre Taufe in der Osternacht vorbereitet. Mit ihnen zusammen besinnt sich die Gemeinde der schon Getauften auf die eigene Taufentscheidung und erneuert sie. Alle hören eifriger als sonst das Wort Gottes; sie vernehmen darin den Ruf zur Umkehr und die Aufforderung zu tätiger Liebe. Im Sakrament der Buße werden sie mit der Kirche und mit Gott versöhnt. Täglich sammelt sich die Gemeinde zur Eucharistie, damit sie wie Elia in der Kraft der Gottesspeise dem österlichen Ziel zuwandern kann. So gehen alle mit Christus den Weg nach Jerusalem, den Weg des Kreuzes zur Auferstehung.
Aschermittwoch und die Fastensonntage
Der gemeinsame Aufbruch zur österlichen Bußzeit erfolgt am Aschermittwoch. Nach altem Brauch verzichtet man an diesem Tag auf Fleischspeisen und begnügt sich mit einmaliger Sättigung. Seinen Namen hat der Tag von der Übung, daß sich alle in einem eigenen Gottesdienst Asche aufs Haupt streuen lassen zum Ausdruck ihrer Bereitschaft zu Buße und Umkehr. Die Woche nach dem ersten Sonntag dient als Quatemberwoche der Einführung der Gemeinde in die Fastenzeit.
Der erste Sonntag ist geprägt durch das Evangelium von der Versuchung des, Herrn, der zweite Sonntag läßt im Evangelium von der Verklärung schon das österliche Ziel aufleuchten. Die Themen der weiteren Sonntage wechseln mit den verschiedenen Lesejahren. Im ersten Jahr deuten sie die Taufe in den drei großen Bildern des Johannesevangeliums: vom Wasser des Lebens (Samariterin am Jakobsbrunnen), vom Licht der Welt (Heilung des Blindgeborenen) und vom Sieg des Lebens über den Tod (Auferweckung des Lazarus).
Die alttestamentlichen Lesungen der Fastensonntage geben alle Jahre einen Durchblick durch die Heilsgeschichte: die Schöpfung, die Erwählung und Führung des Gottesvolkes und die Ankündigung des Heils durch die Propheten.
Das Leiden des Herrn
In den Gottesdiensten der Fastenzeit, noch mehr aber im persönlichen Gebet und in gemeinsamen Andachten (Kreuzweg, Ölbergandacht, schmerzhafter Rosenkranz) betrachten wir das bittere Leiden und Sterben Christi. Wir lernen dadurch unseren eigenen Lebensweg verstehen als ein gemeinsames Schicksal mit dem Herrn, der sein Kreuz getragen und dadurch die Welt erlöst hat.
Die Bereitschaft, mit dem Herrn für die Rettung der Welt zu leiden, muß sich in tatkräftigem Einsatz gegen Not und Ungerechtigkeit bewähren. Darum gehören die Caritas und die verschiedenen Hilfswerke der Kirche gegen Hunger und Not in der Welt eng zur Fastenzeit.
Die Feier der Karwoche
Acht Tage vor dem Osterfest ist Jesus feierlich in Jerusalem eingezogen, um dort nach dem Willen des Vaters für die Menschen zu sterben und auferweckt zu werden. Darum beginnt mit dem Palmsonntag die „Heilige Woche“. Im Deutschen wird sie meist „Karwoche“ (= Trauerwoche) genannt. Sie ist jedoch mehr: sie feiert den großen Sieg Christi über Sünde und Tod, wie der Palmsonntag mit dem königlichen Einzug des Herrn zeigt.
Mit der Abendmesse am Donnerstag beginnt das österliche Triduum. Es umfaßt den Karfreitag, den Karsamstag und den Ostersonntag und feiert das Leiden und, Sterben, die Grabesruhe und die Auferstehung Christi.
Palmsonntag
Der Palmsonntag hat seinen Namen von den Palmzweigen, mit denen die Kinder von Jerusalem Christus bei seinem Einzug begrüßt haben. Die Gemeinde zieht an diesem Tag in festlicher Prozession zum Gotteshaus, um dort in der Eucharistie das Sterben und den österlichen Sieg des Herrn zu feiern als Ausblick auf das Oster-Triduum. Bei der Prozession tragen alle gesegnete Zweige; nach, altem Brauch werden die bei der Prozession gebrauchten Zweige nach Hause -mitgenommen und aufgesteckt, damit sie uns an da s von'Christus erworbene neue Leben erinnern.
Die Drei Österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn
Die Feier des Todes und der Auferstehung des Herrn dauert drei volle Tage, vom Donnerstagabend bis zum Sonntagabend. Dieses österliche Triduum bildet den Höhepunkt des Kirchenjahres. Am Donnerstag wird während des Tages keine Messe gefeiert, mit Ausnahme der Messe zur Ölweihe“, in der der Bischof die Öle weiht für Taufe, Firmung, Priesterweihe, Krankensalbung und Altarweihe.
Gründonnerstagabend
Am Abend des Gründonnerstags versammelt sich die Gemeinde mit allen ihren Priestern und Diakonen und feiert zum Gedächtnis des Letzten Abendmahles festlich die Eucharistie.
Das Evangelium von der Fußwaschung (Jo 13,1-15) erinnert uns an den Dienst, den der Herr an uns tut und den auch wir einander leisten sollen. Deshalb bringen die Gläubigen zur Gabenbereitung ihre Spende für die Armen. Zur Vertiefung der Verkündigung kann der Priester an Vertretern der Gemeinde die Fußwaschung vornehmen.
Nach der Meßfeier wird der Leib des Herrn in einer schlichten Prozession an den Ort übertragen, wo er für die Kommunionspendung am Karfreitag aufbewahrt wird. Die Gläubigen halten vor dem heute festlich geschmückten Tabernakel stille Anbetung.
Karfreitag
Am Karfreitag und am Karsamstag kennt die Kirche keine Eucharistiefeier. Am Nachmittag des Karfreitags versammelt sich die Gemeinde ― wenn möglich in der Todesstunde des Herrn ― zu einem eigenen Gottesdienst, in dem sie dankbar des Leidens Jesu gedenkt.
Der Karfreitagsgottesdienst besteht aus drei Teilen: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung, Kommunionfeier.
Die Feier der Osternacht
In der Ostemacht wurden Israels Erstgeborene durch das Blut des Lammes vor dem Würgengel bewahrt. In der Ostemacht zog das Volk Israel auf dem Weg ins versprochene Land mitten durch das Rote Meer und wurde aus der Macht seiner Feinde errettet. In der Ostemacht durchschritt Christus das Meer des Leidens und gelangte in der Auferstehung mit den Seinen in das Reich des Lebens.
Im Wasser der Taufe hat der Christ denselben Weg begangen. Darum versammelt sich in der Osternacht die Gemeinde, um neue Zuversicht zu gewinnen, daß sie mit Christus an das Ziel der Pilgerschaft gelangen wird. So erfährt sie in dieser heiligsten Nacht das Ostergeheimnis in seiner ganzen Fülle:
Durch Dunkel zum Licht
Durch Leid zur Freude
Aus der Gefangenschaft in die Freiheit
Vom Tod zum Leben
Durch das Kreuz zur Auferstehung
Die Feier der Ostemacht ist als Nachtwache gestaltet. Wie die Knechte im Gleichnis (Lk 12, 35 ff.) warten wir, das brennende Licht in der Hand, bis der Herr kommt und uns an seinen Tisch lädt.
Die Feier wird eröffnet mit dem festlichen Anzünden des Lichtes. Den Kein der Nachtwache bildet ein langer Wortgottesdienst.
Beim Nahen des Ostertags kommt Christus, der Auferstandene, zu seiner wartenden Gemeinde; er vereint im Geheimnis der Taufe neue und alte Glieder seines Leibes und lädt alle an den Tisch, daß sie mit ihm das österliche Siegesmahl feiern.
Osterzeit
Die österliche Freude dauert nicht nur wenige Tage, sie wird sieben Wochen lang gefeiert und am fünfzigsten Tag ("Pfingsten") abgeschlossen. Die Freude äußert sich in dem besonderen Lied dieser Zeit, dem Halleluja (hebräisch = lobt Gott). Bei allen Gottesdiensten in der österlichen Festzeit brennt die Osterkerze und macht die Gegenwart des Auferstandenen in seiner Gemeinde bewußt.
In dieser Zeit der Erfüllung liest die Kirche nur aus Büchern des Neuen Testaments (vor allem Apostelgeschichte und Offenbarung, dazu Kolosserbrief und erster Petrusbrief). Ihren besonderen Charakter erhalten die einzelnen Sonntage durch das Evangelium: das Bekenntnis des Tomas zu Christus, die Erscheinungen des Auferstandenen, der gute Hirt, der wahre Weinstock, die Verheißung des Heiligen Geistes.

Am vierzigsten Tag feiert die Kirche das Fest Christi Himmelfahrt entsprechend dem Bericht der Apostelgeschichte, daß Jesus als unser Anwalt zur Rechten des Vaters erhöht ist. Durch seinen Geist, den uns Christus am Pfingsttag gesandt hat, um seine Kirche vor aller Welt zu offenbaren, bleibt und wirkt er in ihrer Mitte bis ans Ende der Zeit. Er ruft sie Sonntag für Sonntag zusammen, damit sie, von seinem Geist erfüllt, seinen Dienst an der Welt weiterführt zur Ehre des Vaters. 
Pfingsten - Heiliger Geist
Am Sonntag vor dem Pfingsttag wird als Evangelium das Hohepriesterliche Gebet Jesu verkündet. Die anschließende Woche wird als Quatemberwoche gehalten; gemäß dem Gebet des Herrn wird in dieser Woche besonders um die Einheit der Kirche gebetet.
Nach dem Beispiel der Apostel und der Frauen und der Mutter Jesu betet die Kirche in den Tagen zwischen Himmelfahrt und Pfingsten um den Heiligen Geist, der Kraft und Mut zum Zeugnis für Christus, den Auferstandenen, schenkt. Er allein bringt der Kirche Einheit und brüderliche Gemeinschaft. Diese Pfingstnovene hat viele der schönen Gebete und Gesänge übernommen, die früher in der Woche nach Pfingsten standen. Das Gebet um den Heiligen Geist und seine Gaben ist heute eine besonders dringliche Aufgabe.
Der Pfingsttag schließt als der fünfzigste Tag die Osterzeit ab und öffnet zugleich das Tor in den Kreis des Jahres und in den Alltag der Christen, damit auch dieser vom Geist des Herrn geprägt ist.
Hier finden Sie eine Pfingstnovene, auch als Druckvorlage.
Bleibe bei uns
als das Licht in unserer Finsternis.
Bleibe bei uns
als die Macht in unserer Ohnmacht.
Bleibe bei uns
als das Leben in unserem Tod.
Bleibe bei uns
als der Trost in unserem Leid.
Bleibe bei uns
als die Kraft in unseren Versuchungen.
Bleibe bei uns
als das Erbarmen in unserer Friedlosigkeit.
Bleibe bei uns
als die Hoffnung in unserem Sterben.
Bleibe bei uns
als das Leben unseres Lebens.
Heiliger Geist, bleibe bei uns jetzt und für immer.
Amen.

Maria
Der Jahreskreis entfaltet das Geheimnis unserer Erlösung durch Christus, Dabei tritt auch Maria in den Blick der Kirche, denn sie ist aufs engste mit dem Heilswerk Christi verbunden. Sie hat ihn nicht nur geboren, sondern hat vor allen anderen den Ruf Gottes vernommen und befolgt. Darum sagt Jesus zu der Frau) die Maria als seine Mutter selig preist: „ja, selig die das Wort Gottes hören und es befolgen" (Lk 11, 28). So ist sie in gläubigem Gehorsam seine und unsere Mutter geworden.
Die ältesten Marienfeste sind darum als Herrenfeste entstanden:
25. März Verkündigung des Herrn (Mariä Verkündigung)
02. Februar Darstellung des Herrn im Tempel (Mariä Lichtmeß)
01. Januar Gedächtnis der Mutter des Herrn
Wegen ihrer engen Verbindung mit Christus hat Gott Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins an vor der Erbsünde bewahrt und ihr nach dem Tod als erster die endgültige Vollendung des Menschen in Christus geschenkt.
Daran erinnern zwei Feste:
08. Dezember Hochfest der unbefleckt empfangenen Jungfrau Maria
15. August Mariä Aufnahme in den Himmel (Mariä Himmelfahrt).
Weitere volkstümliche Marienfeste:
02. Juli Mariä Heimsuchung
08. September Mariä Geburt
12. September Mariä Namen
07. Oktober Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz
In jeder Woche ist der Samstag in besonderer Weise dem Gedächtnis Mariens geweiht. Der Monat Mai ist durch Marienandachten (Maiandachten) ausgezeichnet. Vor allem im Oktober sind die Gläubigen eingeladen, den Rosenkranz zu beten.Die Kirche schließt ihr tägliches Stundengebet mit einem Abendgruß an Maria. Auch die Volksandachten werden gern mit einem Marienlied beschlossen. Seit 1456 erinnert das Ave-Läuten (Engel des Herrn) dreimal am Tag an die Menschwerdung Gottes im Schoß der seligsten Jungfrau Maria.

Maria, meine liebste Mutter,
gib mir Dein Herz so schön,
so rein, so unbefleckt,
so voll von Liebe und Demut,
damit ich wie Du Jesus
empfange - und damit ich
eile Ihn anderen zu geben.
(Mutter Teresa)
Vom Sterben des Christen
Das Sterben des Christen: mit Christus durch den Tod zum Leben
Das Leben des Menschen ist überschattet von der Gewißheit des Todes. Christus aber hat, in seinem Sterben den Tod besiegt und in seiner Auferstehung uns den Zugang zum ewigen Leben geöffnet. In der Taufe wird der Mensch mit Christus verbunden und erhält Anteil an seinem Leben.
In der Kommunion empfängt der Christ den Leib des Herrn als Kraft für seinen Weg durch das Leben; für den Gläubigen wird die Kommunion auch zur Wegzehrung auf dem letzten Weg durch den Tod in das ewige Leben. Im christlichen Sterben vollenden sich die Taufe und das christliche Leben.
„Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn“ (Röm 14, 7-8).
Wer daher lebt und stirbt im Glauben an diese Verbindung mit dem Herrn, in der Hoffnung auf die Vollendung im Tod und in der Liebe zu Gott und den Menschen, für den ist das Sterben Übergang ins neue Leben.
Beim Begräbnis ehren wir den Leib, in dem dieses menschliche und göttliche Leben sich, ausgeprägt hatte, und geben ihn der Erde zurück als Samenkorn für die Auferstehung.
Das Sterben des Christen in der Gemeinschaft der Kirche
Alle Glieder des Leibes Christi, die Getauften auf Erden, die Armen Seelen in der Läuterung und die Vollendeten im Himmel, sind miteinander verbunden. Darum bittet die Kirche auf Erden, der Verstorbene möge von seinen Sünden gereinigt und' mit den Heiligen zum Festmahl im Reich Gottes zugelassen werden. Insbesondere feiert sie für die Verstorbenen die Eucharistie; sie verkündet darin Tod und Auferstehung des Herrn und dankt für die Erlösung; sie bekennt ihren Glauben an das ewige Leben und erhält jetzt schon daran Anteil am Tisch des Herrn. Die Lebenden sind nirgends enger verbunden mit den Verstorbenen als in Christus; diese Gemeinschaft wird verwirklicht in der Eucharistie.
Vom Sterben eines Christen ist die ganze Gemeinde betroffen. Ihre Aufgabe ist es, für den Verstorbenen zu beten, in Gebet und Gesang den Glauben an die Auferstehung zu bekräftigen, die Angehörigen dadurch in ihrem Schmerz zu trösten und durch Werke der Nächstenliebe die Verbundenheit der Glieder mit Christus und untereinander zu stärken.
Am 2. November, dem Tag Allerseelen, betet die Kirche in besonderer Weise um das Heil ihrer verstorbenen Glieder. In der Feier der Eucharistie und im gläubigen Empfang der Sakramente, in Gebet und Ablaß und durch den Besuch der Friedhöfe zeigen die Gläubigen ihre Verbundenheit mit denen, die ihnen im Glauben vorausgegangen sind. Sie vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und bekennen die Auferstehung des Fleisches und die Gemeinschaft der Heiligen (1. November).
Einen Ablaß für die Verstorbenen gewinnt, wer am Allerseelentag eine Kirche oder einen Friedhof besucht und dabei das Gebet des Herrn und das Glaubensbekenntnis verrichtet; Voraussetzung sind Beichte, Kommunionempfang und Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters.







