Sterben
Vom Sterben des Christen
Das Sterben des Christen: mit Christus durch den Tod zum Leben
Das Leben des Menschen ist überschattet von der Gewißheit des Todes. Christus aber hat, in seinem Sterben den Tod besiegt und in seiner Auferstehung uns den Zugang zum ewigen Leben geöffnet. In der Taufe wird der Mensch mit Christus verbunden und erhält Anteil an seinem Leben.
In der Kommunion empfängt der Christ den Leib des Herrn als Kraft für seinen Weg durch das Leben; für den Gläubigen wird die Kommunion auch zur Wegzehrung auf dem letzten Weg durch den Tod in das ewige Leben. Im christlichen Sterben vollenden sich die Taufe und das christliche Leben.
„Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn“ (Röm 14, 7-8).
Wer daher lebt und stirbt im Glauben an diese Verbindung mit dem Herrn, in der Hoffnung auf die Vollendung im Tod und in der Liebe zu Gott und den Menschen, für den ist das Sterben Übergang ins neue Leben.
Beim Begräbnis ehren wir den Leib, in dem dieses menschliche und göttliche Leben sich, ausgeprägt hatte, und geben ihn der Erde zurück als Samenkorn für die Auferstehung.
Das Sterben des Christen in der Gemeinschaft der Kirche
Alle Glieder des Leibes Christi, die Getauften auf Erden, die Armen Seelen in der Läuterung und die Vollendeten im Himmel, sind miteinander verbunden. Darum bittet die Kirche auf Erden, der Verstorbene möge von seinen Sünden gereinigt und' mit den Heiligen zum Festmahl im Reich Gottes zugelassen werden. Insbesondere feiert sie für die Verstorbenen die Eucharistie; sie verkündet darin Tod und Auferstehung des Herrn und dankt für die Erlösung; sie bekennt ihren Glauben an das ewige Leben und erhält jetzt schon daran Anteil am Tisch des Herrn. Die Lebenden sind nirgends enger verbunden mit den Verstorbenen als in Christus; diese Gemeinschaft wird verwirklicht in der Eucharistie.
Vom Sterben eines Christen ist die ganze Gemeinde betroffen. Ihre Aufgabe ist es, für den Verstorbenen zu beten, in Gebet und Gesang den Glauben an die Auferstehung zu bekräftigen, die Angehörigen dadurch in ihrem Schmerz zu trösten und durch Werke der Nächstenliebe die Verbundenheit der Glieder mit Christus und untereinander zu stärken.
Am 2. November, dem Tag Allerseelen, betet die Kirche in besonderer Weise um das Heil ihrer verstorbenen Glieder. In der Feier der Eucharistie und im gläubigen Empfang der Sakramente, in Gebet und Ablaß und durch den Besuch der Friedhöfe zeigen die Gläubigen ihre Verbundenheit mit denen, die ihnen im Glauben vorausgegangen sind. Sie vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und bekennen die Auferstehung des Fleisches und die Gemeinschaft der Heiligen (1. November).
Einen Ablaß für die Verstorbenen gewinnt, wer am Allerseelentag eine Kirche oder einen Friedhof besucht und dabei das Gebet des Herrn und das Glaubensbekenntnis verrichtet; Voraussetzung sind Beichte, Kommunionempfang und Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters.






