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6. Tag: Weihe meiner Grenzen

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Eröffnung: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geis­tes. Amen.


Gebet: „Himmlischer König, Du Tröster! Du Geist der Wahrheit, Du bist überall gegenwärtig und Du erfüllst alles. Schatz alles Guten und Geber des Lebens, komm und wohne in uns, reinige uns von allem Schmutz und rette unsere Seelen, du, die Güte!“ (Byzantinische Liturgie)

 

Glaubensbekenntnis:

 

Schriftlesung: „Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit. Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ (1 Kor 12, 9-10)

 

Gedanke eines Heiligen: „Jesus wollte die großen Heiligen erschaffen, die mit den Lilien und den Rosen in einem schönen Garten verglichen werden können, aber er hat auch kleinere Blumen geschaffen, und diese müssen damit zufrieden sein, Osterglocken oder Veilchen zu sein, die dazu bestimmt sind, die Blicke des Lieben Gottes zu erfreuen, wenn Er zu seinen Füßen hinunterblickt. Die Vollkommenheit besteht darin, Seinen Willen zu tun, das zu sein, was Er wünscht, dass wir es seien…“ (hl. Theresia von Lisieux)

 Betrachtung: Gott hat uns nach Seinem Bild geschaffen. (Gen 1, 27) Aber wir empfinden einen sehr großen Unterschied zwischen dem, was wir sind, und dem Wunsch, der Sehnsucht nach einer immer vollkomme­neren Ähnlichkeit mit Gott; denn wir möchten schön und vollkommen in allem sein. Jean Guitton sagte: „Unser Gesicht ist ein Geheimnis, es ist eine Mischung von dem, was wir sind, ohne es zu wollen. Viele von uns leiden viel und manchmal sogar bis zur Verzweiflung an diesem tiefen Unterschied zwischen der schmerzhaften Wirklichkeit unseres Lebens und dem so ersehnten Glück.“ Wir leiden an allem, was uns Grenzen setzt und uns behindert, sei es körperlicher oder seelischer Art, und das hindert uns daran, glücklich  zu sein. Unsere Reaktionen sind unterschiedlich: Innere Auflehnung, Wut, Verweigerung des Lebens, Depression und Traurigkeit bis hin zu krankhaften Angstzuständen.

Diese Gefühle hindern sehr den Trost, den Gott uns durch Seine liebende Gegenwart schenken will, sogar mitten in unseren Leiden. Durch unsere Enttäuschungen (oft unberechtigt, besonders wenn man angegriffen, misshandelt oder allein gelassen wurde) haben wir unsere grundlegende Hoffnung verloren. „Nichts kann uns trennen von der Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist, unserem Herrn“ (Röm 8, 39). Wenn wir uns diesen Glau­ben an die Liebe des Vaters zu eigen machen, wenn wir unseren Blick abwenden von unserem „Elend“, um Ihn zu betrachten in Seiner Herr­lichkeit, dann werden wir das erleben, was der Heilige Paulus gesagt hat: „Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden so in seine eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.“ (2 Kor 3, 18)

 

Gedanken von Papst Johannes Paul II.: Obwohl ich inmitten vieler Dun­kelheiten unter harten totalitären Regimes gelebt habe, habe ich genug gesehen, um felsenfest überzeugt zu sein, dass keine Schwierigkeit, keine Angst zu groß ist, dass sie die Hoffnung völlig auslöschen könnte, die im Herzen der jungen Menschen immer lebendig ist. Ihr seid unsere Hoff­nung, die jungen Menschen sind unsere Hoffnung. Lasst nicht zu, dass diese Hoffnung stirbt! Setzt euer Leben auf sie! Wir sind nicht die Summe unserer Schwächen und Niederlagen, im Gegenteil, wir sind die Summe der Liebe des Vaters zu uns und unserer wirklichen Fähigkeit, das Abbild seines Sohnes zu werden. (Toronto, Downsview Park, 28.07.2002)

 

Vertiefung: Sprich einen Dank oder ein Wort des Segens über das aus, was in deinem Leben schwierig anzunehmen ist. Z.B.: „Herr, ich danke Dir für meine Schwierigkeit, mich gut ausdrücken zu können, obwohl ich dadurch oft zum Spott der anderen werde. Ich vertraue, dass Du mich mit diesem Problem liebst, und dass Du damit einen Weg und einen wunderbaren Plan der Liebe für mich hast.“ So beginnst du, die anschei­nend unvollkommenen Bereiche deines Lebens in einem neuen Licht zu sehen.

 

Gesätz des Rosenkranzes in den Anliegen der Gottesmutter:

 

Weihegebet: Mit tiefem Vertrauen wende ich mich an Dich, Maria, meine Mutter, um Dir heute alle meine Grenzen, meine Armut, meine Krankheiten, meine Behinderungen zu weihen. Ich weihe Dir alles in mei­nem Leben, was schmerzlich und schwer anzunehmen ist, alles, was ich an mir enttäuschend finde. Ich vertraue dir das alles an, Maria, damit alles zum Guten gewendet wird durch die allmächtige Liebe des Vaters. Ich glaube, dass Gott das Kleine und Arme erwählt, das, was nichts ist in den Augen der Menschen, um die Kraft und Allmacht Seiner Liebe zu zeigen. Ich wünsche, Maria, dass mein ganzes Sein Ihn verherrlicht! Danke, dass du da bist, um mir zu helfen, mich ihm ganz anzuvertrauen!

 

Abschluss:


5. Tag - 7. Tag