Sankt Gebhard

 
 
Adresse: St.-Gebhard-Platz 12 in 78467 Konstanz
 

Geschichte von St. Gebhard in Konstanz-Petershausen

Nachdem das Kloster geschlossen wurde, blieb Petershausen jahrzehntelang ohne Pfarrei und Pfarrkirche. Durch die starke Bevölkerungszunahme in diesem Stadtteil wurde die Einrichtung einer eigenen Seelsorge dringend notwendig und damit auch der Bau einer eigenen Pfarrkirche. Es kam zunächst zum Bau einer Notkirche in den Jahren 1915/1916 auf dem Gebiet zwischen der heutigen Gebhardsschule und der Molktestraße. Da die Einwohnerzahl von Petershausen nach dem Krieg gewaltig gestiegen war, reichte die Notkirche bald nicht mehr aus.

Nach der Gründung der St. Gebhardspfarrei im Jahre 1921 folgte acht Jahre später die feierliche Grundsteinlegung für den Bau der neuen Pfarrkirche, die am 9. November 1930 durch den damaligen Erzbischof Karl Fritz eingeweiht wurde. Im Innern gleicht die Gebhardskirche auf den ersten Blick einer dreischiffigen Basilika mit angeschlossenem Chorraum. Sie hat als einzige Kirche des Erzbistums Freiburg den heiligen St. Gebhard als Kirchenpatron.

Hinzuweisen ist auch auf die in den Jahren 1960/61 errichtete St.-Gebhard-Kapelle

Seit 1970 wurde die Kirche immer wieder umgebaut und saniert, so dass wir heute ein wunderschönes Gotteshaus haben.

Sigrid Steinhauser

 

 
 

Der heilige Gebhard (949 – 996)

Im Jahre 949 wurde Gebhard als jüngster Sohn des Grafen Ulrich VI. von Bregenz und dessen Gemahlin Dietburg auf dem Schlosse Hohenbregenz geboren.
 
Gebhard fand an den adeligen Vergnügungen seiner Altersgenossen keinen Gefallen. Ihn lockten die Bücher und die Glocken des Konstanzer Domes weit mehr. Der Vater unterstützte die Neigungen seines Jüngsten gern, indem er ihn für den geistlichen Stand bestimmte.
 
Auf dem Konstanzer Bischofssitz regierte damals der hl. Konrad, ein Freund der Familie Gebhards, der an dem aufgeweckten Knaben eine besondere Freude hatte. An der Konstanzer Domschule genoss Gebhard eine vortreffliche Ausbildung. Neben den Wissenschaften entzündete die innigste Liebe zu den großen Geheimnissen der christlichen Erlösung sein empfängliches Herz. Gebhard verbrachte Nächte im Gebet, gab sich strengsten Bußübungen hin und bereitete sich bis zur Selbstentäußerung auf das verantwortungsvolle Amt, das für ihn bestimmt war, vor.
 
Als Bischof Gaminolf, der nach dem Tod des hl. Konrad 975 auf den bischöflichen Stuhl von Konstanz erhoben worden war, schon nach kurzer Regierungszeit starb, fiel die Wahl auf Gebhard, der damals noch nicht 30 Jahre alt war. Der Zeitpunkt seiner Konsekration ist nicht genau zu ermitteln; nach den Annalen von St. Gallen war er jedenfalls schon im Jahre 979 Bischof. Das hohe Amt legte schwere Bürden auf Gebhards Schultern. Unermüdlich unterstützte er mit einem Teil seines ansehnlichen Vermögens die Armen. Mit einem anderen Teil förderte er Kirchen und manches Kloster. Seine Lieblingsgründung aber war das Kloster Petershausen in Konstanz, mit dessen Bau er im Jahre 983 begann. Er ließ es mit Benediktinermönchen aus der Meinradszelle besetzen und war in der Folgezeit stets bemüht, diese Stiftung auszubauen. Im Jahre 989 erlangte er beim heiligen Stuhl in Rom reiche Gnaden und Privilegien für Petershausen und ließ auch Heiligenreliquien kommen. Von anfälliger Gesundheit, war Gebhard der starken Belastung, die sein Amt mit sich brachte, auf die Dauer nicht gewachsen. Er nahm auf seine Kräfte keinerlei Rücksicht und schwächte sich durch strenges Fasten und unermüdliche Arbeit ständig. Er starb im Jahre 996 und wurde, wie er es gewünscht hatte, im Kloster Petershausen beigesetzt.

Sigrid Steinhauser